Thema: Terrarium für junge Köhlerschildkröten

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    Terrarium für junge Köhlerschildkröten




    Winterterrarium für juvenile Köhlerschildkröten (gebaut von meinem Mann )



    Abb 1. Das fertige Terrarium aus harzbeschichteten OSB-Platten


    Das Terrarium hat die Maße 250/50/80 und ist zur Ausbildung eines für Köhlerschildkröten geeigneten Klimas oben geschlossen. Sein Korpus besteht aus OSB-Platten, die im Innenbereich mit Epoxidharz versiegelt sind. Vorderfront und rechte, nach hinten schräg verlaufende Seitenwand sind verglast und lassen sich durch Schiebetüren öffnen. Auf diese Weise sind alle Stellen im Terrarium gut zugänglich.

    Epoxid-Harz ist hier im Forum nicht unumstritten, wie ich gerade erst wieder lesen konnte. Wir haben uns aber dafür entschieden, um einem Aufweichen der Wände durch die dauerhaft hohe Luftfeuchtigkeit vorzubeugen.


    Der Terrariumboden wurde mit Teichfolie ausgeklebt:


    Abb 2 und 3. Der Aufbau des wasserdichten Terrarienbodens



    Rechtsseitig an der schrägen Seite befindet sich das untere Lüftungsgitter:


    Abb 4. Das untere Lüftungsgitter



    Der Deckel des Beckens ist wie ein doppelter Boden aufgebaut:


    Abb 5. Ein Blick ins Innenleben des doppelten Deckels



    Hier befindet sich neben der ganzen Technik auch die obere Lüftung. Dazu wurden runde Löcher in den unteren der beiden Deckelböden gesägt, deren ausgesägte Innenteile durch kleine Halterungen eingehängt bzw. heraus genommen werden können.


    Abb 6. Die Lüftungslöcher im unteren Deckelboden...



    Abb 7. ...und das direkt darüber liegende Lüftungsgitter im oberen Deckelboden


    Der Raum unter dem Becken dient als Stauraum und ist durch aushängbare Klappen einfach zu öffnen:


    Abb 8. Der Stauraum



    Befüllt habe ich das Terrarium mit normaler Garten-/ Walderde. Die Wasserstelle befindet sich mittig im Becken. Das habe ich extra gemacht, damit die Tiere auf ihren Wanderschaften immer - oder so oft wie möglich - durch den Wasserteil müssen. Unterlegt ist die noch verbesserungswürdige Badeschale mit einem 15 Watt Heizkabel, um die Temperatur immer schön muckelig zu halten.


    Abb 9. Das Heizkabel für die Wasserschale


    Jeden Morgen befülle
    ich die Wasserschale kurz vor dem Angehen der Lampen mit warmem, frischem Wasser, denn die Tiere lieben das. Ist das Wasser frisch und schön warm, ist es einer der allerersten Gänge der Tiere sich ausgiebig darin zu tummeln und genauso ausgiebig zu trinken. Außerdem muss jedes Mittel genutzt werden, die Temperatur morgens so schnell wie möglich hoch zu fahren.


    Abb 10. Die gerne genutzte Bademöglichkeit


    Es gibt zwei Höhlen,die unterschiedlich genutzt werden. Höhle 1 befindet sich links von der Wasserstelle, ist ca 40 cm tief und aus einem Stück Korkeiche gebaut, das sich nach hinten hin verjüngt, also enger wird. Sie ist überlaufbar und wird sehr gerne erklettert. Es ist sicherlich eine der hellsten Stellen im Terrarium. Diese Höhle wird wesentlich mehr genutzt als die zweite


    Abb 11. Die Nummer 1 unter den Höhlen...


    Meine Tiere fressen absolut keine Sepiaschale, lieben aber gemahlene Eierschalen. Das Kalk-Töpfchen steht im Eingang von Höhle 1 und ist dadurch sehr gut vor der Beregnung geschützt. Statt der Sepiaschale, die ja auch für die Erhaltung des Schnabels gut ist, gebe ich außerdem ab und zu Möhrenstücke, die begierig geknabbert werden


    Abb 12. Das regengeschützte Kalktöpfchen im Höhleneingang


    Höhle 2 befindet sich ganz rechts im Terrarium. Sie wurde aus einem Pflanzkorb für Teichpflanzen gebaut und ist ca. 25-30 cm tief. Auch diese Höhle kann erklettert werden. Es hängt absichtlich keine Lampe in unmittelbarer Nähe bzw darüber, weil ich gucken wollte, wie die Tiere darauf reagieren bzw. um kühlere Bereiche zu schaffen.


    Abb 13. Die weniger genutzte Höhle 2


    Anfänglich bepflanzte ich das Terrarium mit Wildkräutern, Efeutute und Grünlilie. Dies sieht zwar sehr schön und üppig aus und ich bin richtig traurig darüber, dass sich das so nicht langfristig realisieren lässt. Aber die Tiere fressen unaufhörlich. Sie weiden alles in Kürze ab und die ganze Bepflanzung ist dahin, von den dauerhaft vollen Mägen mal ganz abgesehen. Also mussten Moose, Wurzeln und Steine als Strukturierung herhalten und tun auch ihre Dienste. Statt einer Bodenbepflanzung habe ich nun geeignete Töpfe an die Wände gehängt und die Pflanzen dort eingepflanzt. Meiner Erfahrung nach dauert es bei den Temperaturen und der Luftfeuchtigkeit nicht lange bis man anfangen muss zu stutzen

    Außerdem hatten wir drei Struktur- Kokosfasermatten gekauft, die sich allerdings nicht bewährt haben. Die Pflanztäschchen sind so klein, dass eigentlich nur Aufsitzerpflanzen rein passen, aber keine Efeutute etc. Eine Matte durfte bleiben, um diverse Kabel zu verstecken.



    Abb. 14. Die bepflanzte Rückwand mit Kokosfasermatte



    Im Becken befinden sich drei PAR 38 Wärmestrahler à 70 Watt, die eine Strahlungswärme von 35-40 Grad ergeben. Zwei Lucky Reptile bright sun 70 Watt (1x Desert, 1x Jungle) sind direkt unter der Decke angebracht und ergeben so den erforderlichen Abstand zum Tier. Die "Jungle" werde ich aber noch gegen eine "Desert" austauschen (auch da weisen die Tiere mir den Weg ), denn sie ist einiges schlechter frequentiert. Plan in den Deckel eingelassen (damit nicht noch mehr rum hängt ) sind zwei 75 Watt Hqi Strahler für die Grundbeleuchtung.


    Abb 15. Die verschiedenen Lampenarten, Wärmelampe (3x), Bright Sun (2x), Halogen-Metalldampf-Lampen (2x)


    Nicht zuletzt gibt es eine selbst gebaute Beregnungsanlage mit drei verstellbaren Düsen (siehe Abb 3 an der Decke). Die Luftfeuchtigkeit liegt bei 70-90% und ist problemlos regelbar. Der 5l Behälter steht in dem doppelten Dach (Abb. 5) und das Wasser ist dadurch, dass hier durch die ganze Technik ordentliche Temperaturen entstehen, immer gut geheizt. Ich verwende nur destilliertes Wasser, um die Scheiben vor Verkalkung zu schützen.



    Fazit:

    Durch die eingebrachte Technik entsteht eine Tagestemperatur von 28-32 Grad, wobei es für Köhlerschildkröten besonders wichtig ist, dass die Temperatur morgens relativ schnell erreicht wird, denn sie wollen sofort los laufen. Die Nachttemperatur fällt auf 22 Grad, was noch etwas verbesserungswürdig ist. Sie sollte sich bei 25/26 Grad einpendeln....wird sie auch noch

    Direkt in den Ecken des Terrariums befinden sich keine Lampen und ich kann jetzt, einige Wochen nach Fertigstellung und den damit verbundenen Beobachtungsmöglichkeiten sagen, dass es sich um Mindestwerte handelt, die ich in meinem Terrarium nachstellen kann. Ähnliches kann ich auch der gelesenen Literatur entnehmen. Die Tiere suchen immer die wärmsten Stellen auf. Eigentlich könnten die Temperaturen also noch etwas höher sein, was auf so begrenztem Raum aber schwer umzusetzen ist. Es geht ja nicht nur um die hohe Temperatur, sondern auch um ein vernünftiges Klima und das denke ich inzwischen erreicht zu haben. Ich kann nämlich inzwischen sehr gut den Unterschied zu meinem alten Terrarium sehen. Das war vom Platz nur unbedeutend kleiner (200/80), aber Licht, Wärme und Luftfeuchtigkeit haben einfach nicht gestimmt. Ich hatte im alten Becken einen Heizstein hochkant an die Wand gestellt und musste nicht selten erleben, wie die Tiere davor saßen bzw sich ebenfalls hochkant daran lehnten. Dieser Heizstein liegt jetzt im neuen Terrarium, wird aber nicht als Aufenthaltsort genutzt. Er dient nur noch zur allgemeinen Erwärmung. Auch waren die Drei in dem alten Becken lange nicht so lauffreudig. Sie kamen morgens erst später raus, wärmten sich auf, fraßen und waren dann relativ schnell wieder weg. Jetzt laufen die Tiere fast den ganzen Tag umher, lassen sich beregnen usw. Es ist einfach toll, das zu sehen

    Jetzt, nachdem das Becken einige Wochen läuft, kribbelt es mir zwar schon wieder in den Fingern, noch das eine oder andere zu verbessern. Aber es ist jetzt erst mal, wie es ist. Ich werde berichten, ob es auch im nächsten Winter für diese Tiere so noch einsetzbar ist.

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  3. #2
    Gelöscht
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    AW: Terrarium für junge Köhlerschildkröten



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    CU, A.

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