| Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen |
| Autor |
Nachricht |
Gast
|
Verfasst am: Di 05 Apr, 2005 12:52 Titel: Kaulquappen |
|
|
Hi,
ab sofort brauchen wir Kaulquappenfresserhalter kein schlechtes Gewissen mehr in Bezug auf mehr oder weniger seltene Amphibien zu haben
Beim DGHT steht folgendes:
Kaulquappenfresser erhöhen die Überlebenschancen von Fröschen
(05.04.05) Bei der Analyse von Räuber/Beute-Beziehungen wird deren Abhängigkeit von Lebensphasen der betroffenen Tiere bisher oft wenig diskutiert. Der Herpetologe James R. Vonesh hat daher in einer an der Universität von Florida durchgeführten Studie besonderes Augenmerk auf die Auswirkung von Beutegreiferdruck in frühen Lebensphasen auf die Überlebenschancen späterer Entwicklungsstufen gerichtet. Untersuchungsobjekt war der afrikanische Riedfrosch Hyperolius spinigularis. Vonesh untersuchte in seiner Studie die Auswirkungen von Ei- und Kaulquappenfressern auf die Überlebensfähigkeit der Kaulquappen und metamorphisierten Frösche. Dabei stellte sich heraus, dass eine Reduktion der Schlupfraten durch gefressenen Eier die Überlebenschancen der schlüpfenden Kaulquappen deutlich erhöhte. Erwartungsgemäß reduzierte die Gegenwart von Kaulquappenfressern die Überlebensrate der geschlüpften Kaulquappen dann wieder. Sowohl der Verlust von Laich, als auch der von Kaulquappen durch verschiedene Beutegreifer führte jedoch insgesamt zu einer kürzeren Entwicklungszeit der überlebenden Kaulquappen sowie zu einer größeren Masse der frisch umgewandelten Fröschchen. Dieser Größengewinn beim Übergang zum Landleben ist für die Frösche ein entscheidender Vorteil, da sie damit gewissermaßen einen Größenbereich überspringen können, in dem gewisse ihr Biotop teilenden Land lebende Spinnen ihnen sonst gefährlich werden. Beutegreifereffekte, die auf Ei oder Larvenniveau akut sind, können demnach entscheidende Auswirkungen für das Überleben in späteren Lebensphasen haben. (Quelle: Oecologia (2005)143:280 -290/DOI 10.1007/s00442-004-1806-x)
CU, A. |
|
| Nach oben |
|
 |
Rolf
Anmeldungsdatum: 23.10.2004 Beiträge: 281 Wohnort: Sachsen - Anhalt
|
Verfasst am: Di 05 Apr, 2005 14:05 Titel: |
|
|
Hi,
ich wußte garnicht, daß es in unseren Resthabitaten den afrikanischen Riedfrosch gibt.
Gruß
Rolf _________________ www.schildkrötenstammtisch.de |
|
| Nach oben |
|
 |
Gast
|
Verfasst am: Di 05 Apr, 2005 14:56 Titel: |
|
|
| Rolf hat folgendes geschrieben: |
ich wußte garnicht, daß es in unseren Resthabitaten den afrikanischen Riedfrosch gibt |
Warum? Ist der besonders problematisch für unsere Fauna?
CU, A. |
|
| Nach oben |
|
 |
Rolf
Anmeldungsdatum: 23.10.2004 Beiträge: 281 Wohnort: Sachsen - Anhalt
|
Verfasst am: Di 05 Apr, 2005 23:18 Titel: |
|
|
Hallo,
keine Ahnung, ich glaube auch nicht, daß er in unseren Resthabitaten lebt.
Wollte eigentlich nur sagen, nur weil es für eine Froschart eventuell gut ist Kaulquappen zu vernichten, soll dies nun nicht heißen, daß wir unsere Restbstände auch noch an unsere Schildkröten verfüttern sollen.
Gruß
Rolf _________________ www.schildkrötenstammtisch.de |
|
| Nach oben |
|
 |
Gast
|
Verfasst am: Mi 06 Apr, 2005 08:53 Titel: |
|
|
| Rolf hat folgendes geschrieben: |
nur weil es für eine Froschart eventuell gut ist Kaulquappen zu vernichten, soll dies nun nicht heißen, daß wir unsere Restbstände auch noch an unsere Schildkröten verfüttern sollen. |
Wenn man sich die Gelegezahlen zum Beispiel des Teichfrosches ansieht, bis zu 10.000 Eier pro Weibchen und Jahr, ist es ziemlich wahrscheinlich, daß auch bei dieser Art nicht alle satt werden, sie also ebenfalls davon profitieren, wenn Konkurrenz aus den eigenen Reihen verschwindet. Wenn ich mir dann noch die Froschpopulation an meinem kleinen Gartenteich betrachte, über 20 erwachsene Frösche plus Nachwuchs in allen Lebensstadien (dieses Jahr habe ich 18 Laichballen gezählt), dann gönne ich meinen Emys ein paar Kaulquappen und frage mich, ob man diesen sehr häufigen Frosch, ohnehin sind es wohl nur Artenbastarde zwischen Seefrosch und Kleinem Wasserfrosch, unbedingt schützen muß...
CU, A. |
|
| Nach oben |
|
 |
Rolf
Anmeldungsdatum: 23.10.2004 Beiträge: 281 Wohnort: Sachsen - Anhalt
|
Verfasst am: Mi 06 Apr, 2005 22:58 Titel: |
|
|
Hallo A....,
ich glaube nicht, daß die Natur so viel Eier zur Arterhaltung vorgesehen hat, damit Du Deine Schildkröten damit fütterst, sondern wohl eher um die Art überhaupt zu erhalten. Es überlebt auch ohne Dein dazutun nur ca. 1 - 3%. Davon müßtest Du dann Deine Entnahmen noch abrechnen.
Gruß
Rolf _________________ www.schildkrötenstammtisch.de |
|
| Nach oben |
|
 |
Gast
|
Verfasst am: Do 07 Apr, 2005 10:36 Titel: |
|
|
| Rolf hat folgendes geschrieben: |
ich glaube nicht, daß die Natur so viel Eier zur Arterhaltung vorgesehen hat, damit Du Deine Schildkröten damit fütterst |
Meine Schildkröten sind im gleichen Maße ein Teil der Natur, wie mein künstlich angelegter Gartenteich. Wenn es langt, künstliche Biotope in kurzer Zeit zu besiedeln, steht die Art nicht kurz vorm Aussterben.
| Rolf hat folgendes geschrieben: | | Es überlebt auch ohne Dein dazutun nur ca. 1 - 3%. |
In meinem kleinen Gartenteich leben allermindestens 20 erwachsene Frösche, die Hälfte vermutlich Weibchen mit jährlich im Schnitt 5000 Eiern, macht 50.000 Eier, 2% Überlebensrate ergäbe jedes Jahr 1000 Frösche mehr....
CU, A. |
|
| Nach oben |
|
 |
Rolf
Anmeldungsdatum: 23.10.2004 Beiträge: 281 Wohnort: Sachsen - Anhalt
|
Verfasst am: Do 07 Apr, 2005 15:28 Titel: |
|
|
Hallo A....,
in meinen Teichen paaren sich zurzeit wenigstens 18 Krötenpaare. Da kommt eine unmenge Leich bei raus. Da ich Landschildkröten habe verfüttere ich keine Kaulquappen. Kleine Kröten waren es letztes Jahr noch ca. 200 im Juli. Mußte einen Teich komplett lehr machen. Diese Jahr habe ich erst 3 kleinere gesehen. Also so viel wie Du schreibst bleibt da ja nun wirklich nicht über.
Teichfrösche habe ich bedeutend weniger, außerdem wandern die auch zwischen mehreren Grundstücken. Kleine Frösche sind im nächsten Jahr kaum zu sehen.
Wenn dies so wäre, wie Du schreibst müßten bei mir vor lauter Fröschen und Kröten keine Fische mehr in den Teich passen. Dem ist aber nicht so.
Gruß
Rolf _________________ www.schildkrötenstammtisch.de |
|
| Nach oben |
|
 |
Gast
|
Verfasst am: Do 07 Apr, 2005 15:35 Titel: |
|
|
| Rolf hat folgendes geschrieben: |
Wenn dies so wäre, wie Du schreibst müßten bei mir vor lauter Fröschen und Kröten keine Fische mehr in den Teich passen. Dem ist aber nicht so. |
In der Mathematik heißt es hierzu: q.e.d....
CU, A. |
|
| Nach oben |
|
 |
Polly

Anmeldungsdatum: 12.11.2004 Beiträge: 569 Wohnort: Rotenburg (Wümme) Arten: Trachemys scripta elegans+Chelodina longicollis+Chrysemys picta bellii
|
Verfasst am: Mo 18 Apr, 2005 07:59 Titel: |
|
|
Also mal nachdenken: Vielleicht sind in deinem Teich keine "kleinen" Frösche, weil sie erst zurück zum Teich kommen, wenn sie geschlechtsreife erreicht haben? Teichfrosch-Männchen 3 Jahre...
Das wäre vielleicht eine Erklärung. |
|
| Nach oben |
|
 |
Rolf
Anmeldungsdatum: 23.10.2004 Beiträge: 281 Wohnort: Sachsen - Anhalt
|
Verfasst am: Mo 18 Apr, 2005 22:12 Titel: |
|
|
Hallo Polly,
dies ist m. E. keine Erklärung.
Erster Teich 1979, zweiter 1991 und dritter 1996 gebaut. Erster Teich 2000 außer Betrieb genommen.
Also geschlechtsreif müßte da schon was sein.
Gruß
Rolf _________________ www.schildkrötenstammtisch.de |
|
| Nach oben |
|
 |
Polly

Anmeldungsdatum: 12.11.2004 Beiträge: 569 Wohnort: Rotenburg (Wümme) Arten: Trachemys scripta elegans+Chelodina longicollis+Chrysemys picta bellii
|
Verfasst am: Mi 20 Apr, 2005 09:27 Titel: |
|
|
Tja keine Ahnung. Also bei meiner Bekannten im Fischteich sind vorwiegend
Erdkröten... und da findet man Kaulquappen und große Kröten... Kleinere
sind mir persönlich auch noch nicht aufgefallen.
Die Natur gibt dem Menschen eben immer wieder Rätsel auf... |
|
| Nach oben |
|
 |
EasyRider

Anmeldungsdatum: 27.10.2004 Beiträge: 709 Wohnort: Odenwald Arten: große, kleine, dicke, dünne, mit und ohne Tupfen + ourewäller Roahinkel
|
Verfasst am: Mi 20 Apr, 2005 10:35 Titel: |
|
|
Hallo zusammen,
bei mir haben sich auch Frösche angesiedelt, die sich trotz Schildkröten im "Planschbecken" vermehrt haben. Vor ein paar Jahren war dann nur noch Laich zu sehen, aber der verschwand so nach und nach und Kaulquappen waren auch keine zu sehen. Des Rätzels Lösung: Goldfische! Aus Jux und Dollerei hatte ich mal Goldfische in den Teich gesetzt, die waren eigentlich als Futter für die Schildkröten gedacht. Nur machte ich die Rechnung ohne die Schildkröten, denn die hatten gar kein Interesse an den Fischen. Die Fische jedoch zeigten grosses Interesse am Froschlaich und verspeisten diesen. Vieleicht sind bei Euch die gleichen oder ähnlichen Laichfresser zugange.
Gruss
Hellmut
_________________ Das Hirn ist der kostbarste und wertvollste Besitz des Menschen, weshalb man es nur sehr selten und äusserst sparsam gebrauchen sollte
und wenn man keine Ahnung hat: klick |
|
| Nach oben |
|
 |
Gast
|
Verfasst am: Mi 20 Apr, 2005 12:53 Titel: |
|
|
| EasyRider hat folgendes geschrieben: | | Vieleicht sind bei Euch die gleichen oder ähnlichen Laichfresser zugange. |
Scheint noch ein weiteres Froschproblem zu geben. Teichfrösche können sich, ähnlich wie Maultiere, nicht fruchtbar untereinander paaren, sondern müssen sich zur Fortpflanzung mit kleinen Wasserfröschen paaren. Deren Erbgut wird dadurch aber vernichtet und in die abgezäunten Schildkrötenteiche können möglicherweise keine neuen Wasserfrösche mehr einwandern. Paaren sich aber zwei Teichfrösche miteinander, sterben deren Kaulquappen (ganz ohne Hilfe von unseren Schildkröten ). Faszinierend...
http://www.karch.ch/karch/d/amp/rle/rleco.html
CU, A. |
|
| Nach oben |
|
 |
Polly

Anmeldungsdatum: 12.11.2004 Beiträge: 569 Wohnort: Rotenburg (Wümme) Arten: Trachemys scripta elegans+Chelodina longicollis+Chrysemys picta bellii
|
Verfasst am: Do 21 Apr, 2005 09:49 Titel: |
|
|
| Mein Reden :-)) |
|
| Nach oben |
|
 |
|