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 Betreff des Beitrags: Frage zu Kalk
BeitragVerfasst: Do 11 Feb, 2010 13:01 
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Hallo,

habe gerade gesehen, dass es nächste Woche Kalk bei Aldi gibt.
Genaue Bezeichnung:
Rasenkalk - kohlensaurer Magnesiumkalk 95 %

Kann man den auch fürs Außengehege nehmen oder gibts beim Kalk irgendwelche Unterschiede ?


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 Betreff des Beitrags: Re: Frage zu Kalk
BeitragVerfasst: Do 11 Feb, 2010 13:12 
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Hallo Barbara,

Kalk an sich ist immer irgendeine Kalzium-Verbindung. Es gibt gravierende Unterschiede. Wozu willst Du denn den Kalk verwenden bzw. was möchtest Du damit bezwecken?

Gruss,
Hellmut

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 Betreff des Beitrags: Re: Frage zu Kalk
BeitragVerfasst: Do 11 Feb, 2010 13:24 
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EasyRider hat geschrieben:
Hallo Barbara,


Vor lauter Barbara sieht man manchmal die Sabines nicht mehr. :D

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Bild Liebe Grüße Mola ................................................... Bild


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 Betreff des Beitrags: Re: Frage zu Kalk
BeitragVerfasst: Do 11 Feb, 2010 13:30 
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Mola111 hat geschrieben:
Vor lauter Barbara sieht man manchmal die Sabines nicht mehr. :D


Oh Mist, das kommt davon, wenn man vorher mit der Kollegin Barabara zuviel Quatsch wegen Rhabarberkuchen und Rhabarberbarbara gemacht hat :-)

if {$i = Barbara}
then
echo "Sabine"
fi

:-)

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 Betreff des Beitrags: Re: Frage zu Kalk
BeitragVerfasst: Do 11 Feb, 2010 15:59 
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Registriert: Mo 29 Sep, 2008 20:53
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EasyRider hat geschrieben:
Hallo Barbara,

Kalk an sich ist immer irgendeine Kalzium-Verbindung. Es gibt gravierende Unterschiede. Wozu willst Du denn den Kalk verwenden bzw. was möchtest Du damit bezwecken?

Gruss,
Hellmut

Ähm - man soll doch den Boden hin und wieder Kalken ... ? Allerdings is mir eingefallen, dass ich das im Spätherbst schon gemacht hab. Ich weiß nich, ob das zum Frühjahr hin noch mal nötig wär ... ?


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 Betreff des Beitrags: Re: Frage zu Kalk
BeitragVerfasst: Do 11 Feb, 2010 16:13 
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Sabine_1965 hat geschrieben:
Rasenkalk - kohlensaurer Magnesiumkalk 95 %

Kann man den auch fürs Außengehege nehmen oder gibts beim Kalk irgendwelche Unterschiede ?

Hallo Sabine

Ich schätze mal, da das als "Rasenkalk" verkauft wird, wird da auch ordentlich Dünger, vornehmlich Stickstoff, mit drin sein. Der Rasen soll ja möglichst schnell grün und gesund aussehen nach dem "Kalken", und nicht kalkig weiß. Ich verwende bei Rasenneuanlagen auch schon mal Düngekalk, je nach Bodenart.

Ich würde es nicht fürs Gehege verwenden, wenn dann nur zum Herbst, wenn die Schildkröten schon in der Starre sind. Dann sollten die Düngemittel schon über den Winter ins Erdreich wandern und damit pflanzenverfügbar sein, ehe die Tiere wieder im Gehege sind.

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Beste Grüße vom Gardener


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 Betreff des Beitrags: Re: Frage zu Kalk
BeitragVerfasst: Do 11 Feb, 2010 16:57 
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Sabine_1965 hat geschrieben:
Ähm - man soll doch den Boden hin und wieder Kalken ... ?


Hallo Sabine,

Tja, das geht schon seit vielen Jahren durch die Foren und es hat mich - ehrlich gesagt - immer wieder gewundert, daß niemand etwas dagegen geschrieben hat. Viele werden mich jetzt (mal wieder) für so einen Beitrag hassen :-)

Ich hatte mir zu dieser Thematik schon einiges an mündlichen Infos von Fachleuten aus dem Garten- und Landschaftsbau, aus dem Obst- und Gartenbau sowie dem Agrarbereich eingeholt. Wichtig ist zunächst einmal zu wissen, daß Kalk nicht gleich Kalk ist bzw. das, was wir lapidar als Kalk bezeichnen, immer irgendeine Kalzium-Verbindung ist. Je nach Verbindung gibt es unterschiedliche Wirkungsweisen. Die bekanntesten, die in den Foren genannt wurden, sind Branntkalk (manche Forenschreiberlein schrieben auch Brandkalk) = CaO (= bei unseren Vorhaben allerdings Unsinn --> exotherme Reaktion) und Kalziumcarbonat = CaCO3, aus dem beispielsweise Eierschalen und Muschelschalen bestehen. Wenn man seinen Boden und seine Pflanzen richtig kaputtmachen will, empfiehlt sich CaO, also Branntkalk. Je nach Boden wird die oberste Schicht bis in ca. 5 cm Tiefe versaut (verbrannt), so daß man dort für die nächste Zeit eine überschaubare Vegetation hat. Es wächst dort dann vorerst nichts, was nur kurze Wurzeln hat. Tiefwurzelnde Pflanzen wie beispielsweise Löwenzahn und verschiedene Bäume oder Sträucher überleben die Prozedur, aber beispielsweise Klee und viele Gräser sind hinüber.

Das Ziel der Schildkrötenhalterinnen und -haltern des Kalkens ist ja, daß der Boden kalkreicher wird und dadurch die darauf wachsenden Futterpflanzen kalziumreicher werden. Das ganze ist aber ein Trugschluss :-) Es geschehen u. a. zwei gravierende Wendungen:

1. der pH-Wert des Bodens verändert sich. Dies macht zum Beispiel bei saurem Boden einen Sinn, denn dort wächst häufig sehr viel Moos. Bringt man durch Kalken den pH-Wert des Bodens vom sauren in den neutralen oder alkalischen Bereich, verschwindet das Moos. Hier kann man auf zweierlei Arten vorgehen:
a) im Herbst: Kalken mittels Kalziumcarbonat oder Dolomitkalk in groben! Stücken
b) im Frühling: Zu Beginn der Schneeschmelze Kalziumverbindungen (kein Branntkalk!) in pulverisierter Form ausbringen.
kurze Erklärung dazu: Damit Kalk bzw. eine Kalziumverbindung Wirkung zeigen kann, werden verschiedene Microorganismen benötigt.
Diese Microorganismen sind in der kalten Jahreszeit nicht oder nur wenig vorhanden (daher auch keine Kompostannahme bei vielen Kompostierungsanlagen im Winter), können also keinen Kalk aufsplitten. Streut man im Herbst Kalziumpulver, ist's genaugenommen für die Katz', da es nur verrottet oder unverarbeitet im Boden verschwindet. Daher nimmt man hier grobes Material, was bis zum Frühjahr liegenbleibt und erst dann von den Microorganismen verarbeitet wird. Im Frühjahr nach der Schneeschmelze sind die Microorganismen wieder aktiv, da kann man dann mit feinerem Material arbeiten.

2. (Buch herauskramen ... ("Pflanzenernährung im Gartenbau" von Röber, Schaller, erschienen im Ulmer Verlag)) auf Seite 27 ist zu lesen: "In einem sauren Boden nimmt die Zahl der Bakterien nach einer Kalkung zu und es wird auch mehr NO3-N gebildet." NO3-N = Nitratstickstoff. Somit bekommen wir gar keinen nährstoffarmen und kalziumreichen Boden wie gewünscht sondern eher das Gegenteil.

Der Glaube, daß unsere Futterpflanzen in den Gehegen kalziumreicher werden, indem wir dem Boden Kalzium zuführen, ist grundsätzlich ein Irrglaube. Unsere Pflanzen haben sich hier in den vorhandenen Böden entwickelt und sind daran angepaßt; auf von Natur aus kalziumreichen Böden ist eine ganz andere Vegetation vorhanden. Pflanzen können nur eine bestimmte Menge an gelöstem Kalzium aufnehmen und nicht unbedingt soviel, wie wir gerne wollen. Zur besseren Visualisierung kann man es mit einem Glas voll Wasser und Salz vergleichen. Das Wasser kann nur eine bestimmte Menge Salz auflösen, kippt man mehr hinein, bleibt das überschüssige Salz auf dem Boden des Glases liegen. Zum Anderen hat das aber auch den Vorteil, daß wir durch Überdüngung mittels Kalzium keine Überdosierung bei den Schildkröten riskieren.

Gehegepflanzen düngen kann man kostenlos mit selbsthergestellter Brennesseljauche; Kalzium kann man nach wie vor durch Anbieten von Sepiaschalen, Eierschalen etc. zuführen.

Gruss,
Hellmut

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 Betreff des Beitrags: Re: Frage zu Kalk
BeitragVerfasst: Do 11 Feb, 2010 17:07 
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Oh - hört sich ja ganz interessant an. :daumen: Ja, Dolomitkalk wars, der genannt wurde - und mir nicht eingefallen war. -.-
Das Zeug hatte ich im Herbst benutzt, allerdings hatte leider niemand was von 'groben' Stücken gesagt. Ich habs zwar überall üppig aufgestreut und eingeharkt - aber halt nicht in groben Stücken. :???:


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 Betreff des Beitrags: Re: Frage zu Kalk
BeitragVerfasst: Do 11 Feb, 2010 17:17 
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Hallo Hellmut

sehr ausführlicher, interessanter und durchaus korrekter Beitrag. Eines hast du aber in meinen Augen vergessen....

EasyRider hat geschrieben:
Der Glaube, daß unsere Futterpflanzen in den Gehegen kalziumreicher werden, indem wir dem Boden Kalzium zuführen, ist grundsätzlich ein Irrglaube. Unsere Pflanzen haben sich hier in den vorhandenen Böden entwickelt und sind daran angepaßt; auf von Natur aus kalziumreichen Böden ist eine ganz andere Vegetation vorhanden. Pflanzen können nur eine bestimmte Menge an gelöstem Kalzium aufnehmen und nicht unbedingt soviel, wie wir gerne wollen.

Auch das ist soweit alles richtig, aber wenn man es schafft, den Kalziumgehalt des Bodens ( punktuell ) zu erhöhen, kann man auch andere, kalkliebende Pflanzen einsetzen. Diese werden sicherlich nicht von selber zuwandern, wenn man nur ein vergleichsweise kleines Gehege aufkalkt, aber man kann sich die entsrechenden Pflanzen besorgen und einsetzen. Man muss dann natürlich darauf achten, diesen Pflanzen auch über Jahre den Standort ihren Bedingungen entsprechend zu halten. Kleine Kalkinseln auf saurem Boden verpuffen ungemein schnell, wenn man nicht ständig am Ball bleibt.

Sabine1965 hat geschrieben:
Ja, Dolomitkalk wars, der genannt wurde - und mir nicht eingefallen war. -.-
Das Zeug hatte ich im Herbst benutzt, allerdings hatte leider niemand was von 'groben' Stücken gesagt. Ich habs zwar überall üppig aufgestreut und eingeharkt - aber halt nicht in groben Stücken.

Es wird trotzdem noch genügend für deine Pflanzen da sein. Das Kalzium wird auch an Bodenpartikel angelagert, es verschwindet nicht einfach so.

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Beste Grüße vom Gardener


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 Betreff des Beitrags: Re: Frage zu Kalk
BeitragVerfasst: Do 11 Feb, 2010 17:26 
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EasyRider hat geschrieben:
Viele werden mich jetzt (mal wieder) für so einen Beitrag hassen :-)

Oh nein, ganz im Gegenteil, wir denken über deine Argumente nach und versuchen sie ggfs zu widerlegen. Wenn das geht, freuen wir uns und wenn das nicht geht, haben wir was gelernt und freuen uns auch.. ;-)


EasyRider hat geschrieben:
es hat mich - ehrlich gesagt - immer wieder gewundert, daß niemand etwas dagegen geschrieben hat.

Aber ich habe die damaligen Diskussionen zum Anlass genommen an einer fachkundigen Stelle nachzufragen und bekam folgende Antwort:

"Natürlich kann auch durch eine Düngung mit Mineralstoffen der Mineralstoffgehalt der Pflanzen erhöht werden. In der Tierernährung der landwirtschaftlichen Nutztiere (Rind, Schwein, Geflügel) wählt man eine solche Anreicherung der Pflanzen für das Tier nicht, weil das zu teuer ist".

Wie immer kann privat gefragt werden, wer mir diese Auskunft gegeben hat.



EasyRider hat geschrieben:
"In einem sauren Boden nimmt die Zahl der Bakterien nach einer Kalkung zu und es wird auch mehr NO3-N gebildet." NO3-N = Nitratstickstoff. Somit bekommen wir gar keinen nährstoffarmen und kalziumreichen Boden wie gewünscht sondern eher das Gegenteil.

Die Sache mit dem keinen "nährstoffarmen Boden" ist klar, aber "keinen kalziumreichen" leuchtet mir nicht ein. Was passiert deiner Meinung nach mit dem zugefügten Ca?




CU, A.

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 Betreff des Beitrags: Re: Frage zu Kalk
BeitragVerfasst: Do 11 Feb, 2010 17:41 
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Hi,

Gardener hat geschrieben:
aber wenn man es schafft, den Kalziumgehalt des Bodens ( punktuell ) zu erhöhen, kann man auch andere, kalkliebende Pflanzen einsetzen. Diese werden sicherlich nicht von selber zuwandern, wenn man nur ein vergleichsweise kleines Gehege aufkalkt, aber man kann sich die entsrechenden Pflanzen besorgen und einsetzen. Man muss dann natürlich darauf achten, diesen Pflanzen auch über Jahre den Standort ihren Bedingungen entsprechend zu halten


Da stimme ich Dir voll zu. Dieser Hinweis wurde allerdings nie in irgendwelchen von mir gelesenen Schildkörtenforenbeiträgen gesehen. So, wie es in den letzten Jahren (ich lese seit 1997 in den Foren) immer geschrieben wurde, konnte man quasi davon ausgehen, daß man nur etwas oder auch etwas mehr Kalk ins Gehege werfen muß und alles ist wunderbar. Und das ist halt mal nicht so. Wenn man dahingehend etwas verändern will, bedarf es einiger Folgearbeit und auch regelmässigen Messungen.

ain't it? hat geschrieben:
Was passiert deiner Meinung nach mit dem zugefügten Ca?


Berechtigte Frage! Meine Meinung sollte allerdings nicht relevant sein. Ich habe gerade nochmal einen Blick ins Buch geworfen und festgestellt, daß ich etliche Seiten lesen darf, bevor ich eine verbindliche Antwort gebe. Soviel vorab: es ist offensichtlich abhängig vom jeweiligen Boden, was mit dem Ca geschieht. Genaueres spätestens morgen.

Gruss,
Hellmut

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 Betreff des Beitrags: Re: Frage zu Kalk
BeitragVerfasst: Do 11 Feb, 2010 20:16 
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Hallo!

EasyRider hat geschrieben:
Der Glaube, daß unsere Futterpflanzen in den Gehegen kalziumreicher werden, indem wir dem Boden Kalzium zuführen, ist grundsätzlich ein Irrglaube.


Es zahlt sich immer aus, diverse Dinge in ihrer Gesamtheit zu sehen (damit bist jetzt nicht du gemeint).
Der Glaube, mit dem fleissigen Streuen von Kalk, den Kalkgehalt der Pflanzen ordentlich zu erhöhen ist in der Tat ein wenig engstirnig gedacht.
Der Glaube jedoch, dass dadurch der Boden calciumhältiger wird, gepaart mit dem Wissen, dass die Tiere (speziell die Weibchen) in der Natur zur Deckung ihres Mineralstoff- und Spurenelementbedürfnisses gezielt mineralhältige Erde aufnehmen, ist nicht ganz verkehrt. ;-)
Ebenso der Glaube daran, dass durch derartige Bearbeitung des Bodens auf Dauer eine für die Schildkrötenernährung vorteilhafte Pflanzengesellschaft ansiedelt und in begrenztem Maße auch hält - und somit indirekt ja doch wieder "calciumreiche" und der Verdauungsdynamik (und damit auch der "optimalen" Nährstoffaufschliessung) dienliche Futterpflanzen das Resultat sind.

Lieben Gruss
Emanuel

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 Betreff des Beitrags: Re: Frage zu Kalk
BeitragVerfasst: Do 11 Feb, 2010 22:48 
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Hallo
Man kalkt den Boden auf wenn er zu sauer ist. Die meisten Pflanzen können die Mineralatoffe im Boden beser aufnehmen wenn der pH-Wert zwischen 6,2 is 6,8 liegt. Eine Pflanze wird dadurch nicht kalkreicher, sie kann die Nährstoffe besser aufnehmen (N, P, Na, K, Mg, Ca, Fe und die Mikronährstoffe)
Zuviel Kalk kann genau das Gegenteil bewirken, die Pflanze kann die Nährstoffe im Boden nicht mehr aufnehmen.In vielen Fällen geht sie sogar ein.
Natürlich muss man auch unterscheiden zwischen Pflanzen die auf saurem Boden wachsen, wie Rhododendron und Heideplanzen. Aber die Futterpflanzen unserer Schildkröten mögen den fast neutralen Boden am liebsten. Einige Pflanzen, wie die Wegwarte z.B. wachsen am besten auf kalkreichen Böden, pH um 7
Viele Grüße
Sabine

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 Betreff des Beitrags: Re: Frage zu Kalk
BeitragVerfasst: Do 11 Feb, 2010 23:22 
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Bauernregel: Kalk macht reiche Väter und arme Söhne

Eine Überdüngung mit Calzium nicht möglich, es wird im Boden festgelegt. Durch Anlagerung an Bodenkolloide und die damit herbeigeführte Ausflockung fördert Kalk die Krümmelstruktur des Bodens. Das hat eine bodenphysikalische Wirkung auf die Durchlüftung, Wasserführung und -speicherbarkeit, Temperaturgefüge usw., also zunächst bodenphysikalische Verbesserungen. Kalk der nicht angelagert werden kann, liegt einfach nur herum. Die Dolomiten als riesige Calciumkarnonatansammlung stehten auch einfach nur so herum.

die Wirkung von Calcium auf die Stickstoffverfügbarkeit wurde von Hellmut beschrieben. Es steht kurzfristig mehr Stickstoff zur Verfügung. Dieser wird aus den organischen Verbindungen (z. B. Bodenhumus) des Bodens nitrifiziert. Die Pflanzen reagieren mit verstärktem Massewachstum. Stickstoff ist ein sehr mobiles Element im Boden. Sofern das verfügbare N nicht sofort von den Pflanzen aufgenommen werden kann, wird er größtenteils innerhalb weniger Wochen oder Tage ins Grundwasser ausgewaschen und mit dem Wasserstrom wegtransportiert. Sofern kein Stickstoff durch Düngung nachgeliefert wird, steht er also nach einer gewissen Zeit also doch weniger zur Verfügung als vor der Kalkdüngung. Deshalb die "armen Söhne".

Da vor allem verdichtete und verschlammte Böden durch die Kalkung profitieren und ein lebendigerer Boden geschaffen wird befürworte ich die Kalkdüngung. Die Auswirkung auf die Mineralzusammensetzung der Futterpflanzen und damit auf den Gesamternährungszustand der SK halte ich bei sachgerechter abwechslungsreicher Fütterung ebenso wie bei der Stickstoffdüngung für vernachlässigbar.

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Schöner Gruß
Thomas

Keine Angst vor der Natur!


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 Betreff des Beitrags: Re: Frage zu Kalk
BeitragVerfasst: Fr 12 Feb, 2010 11:33 
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ThomasSc hat geschrieben:
Bauernregel: Kalk macht reiche Väter und arme Söhne

Diese Bauernregel erinnert mich an etwas, was meines Erachtens die meisten hier nicht sauber genug trennen, nämlich der Bezug darauf, für wen etwas optimal sein soll, für die Futterpflanze oder für die Schildkröte? Das ist ja nicht identisch. Eine durch Überversorgung des Bodens verursachte vermehrte* Einlagerung von Kalzium in die Pflanze, die selbstverständlich nur im Bereich gewisser Grenzen stattfindet, bringt der Pflanze selbst definitionsgemäß entweder gar nichts oder sogar Nachteile, dem Tier aber eventuell Vorteile. Letzteres ist aber unser Ziel.

* daß das so ist, wurde mir von ja fachkundiger Seite versichert (siehe Zitat in meinem anderen Beitrag). Ich bleibe dabei, bis mir das Gegenteil bewiesen wurde.

ThomasSc hat geschrieben:
Die Auswirkung auf die Mineralzusammensetzung der Futterpflanzen und damit auf den Gesamternährungszustand der SK halte ich bei sachgerechter abwechslungsreicher Fütterung ebenso wie bei der Stickstoffdüngung für vernachlässigbar.

Wenn man davon ausgeht, daß unsere Form der Kalkergänzung eine natürlich kalziumreiche Pflanze voll ersetzen kann, wäre das so. Aber ist das wirklich sicher? Wir sprechen immer davon, daß Schildkröten sich an Kalk nehmen was sie brauchen, vielleicht! Aber zum einen findet das - anders als in der Nutztierproduktion - nicht zeitgleich statt, ist also in Bezug auf den Oxalsäuregehalt der Futterpflanzen nicht dasselbe. Inwieweit diese zeitversetzte Aufnahme von Kalk wirklich relevant ist, würde mich sehr interessieren, bislang konnte ich dazu aber nichts finden. Zum zweiten habe ich festgestellt, daß unterschiedliche Kalkangebote eine sehr unterschiedliche Menge an Kalkaufnahme bewirken. Beides kann nicht gleichermaßen an den wirklichen Bedarf angepasst sein. In anderen Worten, entweder sie nehmen bei der einen Form zu viel oder bei der anderen zu wenig.


CU, A.

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Zuletzt geändert von ain't it? am Fr 12 Feb, 2010 11:47, insgesamt 3-mal geändert.

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