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 Betreff des Beitrags: Re: Frage zu Kalk
BeitragVerfasst: Fr 12 Feb, 2010 11:41 
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Moderatorin Landschildkröten
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Ich verschiebe das mal ins Futterforum, weil es nicht nur für das Landschildkrötenforum interessant ist.

CU, A.

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 Betreff des Beitrags: Re: Frage zu Kalk
BeitragVerfasst: Fr 12 Feb, 2010 18:55 
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Hallo Editha,

ain't it? hat geschrieben:
Was passiert deiner Meinung nach mit dem zugefügten Ca?


Erstmal Danke für Deine Frage. Ich habe lange nicht mehr so viel gelesen und gelernt wie heute. Zwischenzeitlich haben Sabine und Thomas im Grunde genommen schon alles geschrieben was ich heute auch gelesen habe. Von daher muss es ja nicht noch einmal geschrieben werden.

zu Deinem Zitat:
Zitat:
Natürlich kann auch durch eine Düngung mit Mineralstoffen der Mineralstoffgehalt der Pflanzen erhöht werden


Hier spielt meiner Meinung nach das Wort "kann" eine sehr grosse Rolle. Wenn der Boden genügend oder mehr Mineralstoffe enthält als die Pflanze aufnehmen kann, ist eine Erhöhung des Mineralstoffgehalts der Pflanze schwer denkbar. Hat der Boden weniger davon, dann ja.

@alle fachkundigen Gärtner :-)
Ich habe leider nur noch das eine Buch zur Verfügung. Leider wird dies an interessanten Stellen immer recht schnell manganlastig. Dies macht es nicht unbedingt einfach, es zu lesen. Falls Ihr noch irgenwelche Bücher aus dem Bereich kennt, wäre ich über deren Nennung dankbar.

Viele Grüße
Hellmut

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 Betreff des Beitrags: Re: Frage zu Kalk
BeitragVerfasst: So 28 Feb, 2010 19:31 
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ick' gloob, die meenen eher n' Mangelboden, den sie für ihre Viecher ham' wolln. So was wie in' Mittelmeerraum.
Kriegense abba so nicht hin. Im Gegenteil. Da muss das ganze Zeug schön lange wachsen, einmal im Jahr roden,
damit die Nährstoffe allesamt verschwinden. Kalk - egal in welcher Form - entspricht einfach nur einer ganz
normalen Düngung. Man bekommt schöne, gehaltvolle, prächtige Pflanzen. :-)

EasyRider hat geschrieben:

ain't it? hat geschrieben:
Natürlich kann auch durch eine Düngung mit Mineralstoffen der Mineralstoffgehalt der Pflanzen erhöht werden


Hier spielt meiner Meinung nach das Wort "kann" eine sehr grosse Rolle. Wenn der Boden genügend oder mehr Mineralstoffe enthält als die Pflanze aufnehmen kann, ist eine Erhöhung des Mineralstoffgehalts der Pflanze schwer denkbar. Hat der Boden weniger davon, dann ja.


Hallo!

Biochemisch entstehen durch den Einsatz von Kalzium und Kalk (Ca) Kalzium-Salze der Säuren:

Ca(OH)2 + H2-/Huminsäuren -> Ca-/ Humin + H20. Sind die Huminsäuren verschwunden, steigt mit zunehmender
Kalkung der pH-Wert an. Jetzt muss man unterscheiden: Ca+ -Ionen stabilisieren den Boden und seine Krümelstruktur.
Sie dienen praktisch als Austauscher für alle Kationen. ALLERDINGS: Die meisten Böden in unseren Breiten sind gut, bis
sehr gut mit Kalzium-Ionen gesättigt. Das wird auch die nächsten Äonen so bleiben. Ausnahmen sind nur wenige Landstriche
in unseren Breiten. Ein Aufkalkung eines typischen Humusboden beschleunigt lediglich die Mineralisierung organischer Substanzen.
Damit einhergehend erfolgt eine Steigerung des pH-Wertes->günstige Bedingungen für Mikroorganismen. Hat aber auch ein Ende:
Kalk wirkt humuszehrend, bringt aber auf kurze Sicht hohe Erträge.

Humöse Böden und Substrate sollten aber nicht bis pH 6 oder 7 aufgekalkt werden, da dieser Wert prinzipiell nur ein theoretischer
Anhaltspunkt ist. Ein Pflanze, die ihr Optimum bei pH 6,7 hat, wächst nämlich auch noch gut bei pH 5 in einem sauren Torfsubstrat.
Wichtiger sind dann die Nährstoffe, die eigentliche immer im Mangel sind. Man kann sich generell an der Faustregel orientieren, dass
eine Pflanze immer im Mangel steht (Minimumgesetz nach LIEBIG - Wachstumsgesetz nach MITSCHERLICH) - ist ein Mangel behoben, tritt
er an der nächsten Stelle wieder auf :-). Rund 16 Stoffe braucht ein Pflänzchen zum Leben, diese stehen teilweise in einem guten Verhältnis
miteinander, teilweise tritt Antagonismus auf - wenn ein Stoff zu viel vorhanden ist.

Zur Kernfrage: CA im Überschuß im Boden -> Antagonismus tritt auf, zweiwertiges Magnesium (ein wichtiges Spurenelement!), Kalium,
Fe, Mn, Cu, Zn können nicht mehr aufgenommen werden. Die Pflanze erleidet einen Mangel, steht so oder so nicht mehr im Optimum und vegetiert
lustlos dahin. ;-). Sprich: Von den wenigen wichtigen Stoffen wird nichts mehr aufgenommen; die Pflanze kann nicht nachhaltig "mineralisiert" oder
"angereichert" werden.

Der Ca-Gehalt ist in jeder Pflanze in etwa gleich: 0,5 bis etwa 5 Prozent macht es beim Trockengewicht aus. Es ist egal, ob
es sich dabei um Rhabarber, Torfmoose oder Breitwegerich handelt, Kalk bzw. Ca ist Bestandteil der Zellwand und ist daher in jeder
Pflanze enthalten. Lediglich der "Bauplan", also die Struktur der Pflanze ist dabei wichtig.

@Editha: Nutztierzucht? Bei der herkömmlichen Mast sind Proteine das wichtigste Element, Spurenelemente bekommen die
Tier über das Kraftfutter - wenn sie es nicht bereits zur Mast bekommen. Da ist alles im Überfluß drin, daher ist es denen auch
egal, was sie den geben. Die müssen innerhalb eines Jahres auf den Teller.

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 Betreff des Beitrags: Re: Frage zu Kalk
BeitragVerfasst: So 28 Feb, 2010 20:47 
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FettboySchlimm hat geschrieben:
Nutztierzucht? (...) daher ist es denen auch egal, was sie den geben.

Ich habe ja nicht den örtlichen Bauern gefragt wie er sein Vieh versorgt :D, sondern die Leitung einer einschlägigen universitären Forschungsstelle um Auskunft gebeten, ob ein Kalken des Bodens Futterpflanzen mit Kalzium anreichern kann, und das wurde mir mit den zitierten Worten bestätigt.

CU, A.

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 Betreff des Beitrags: Re: Frage zu Kalk
BeitragVerfasst: So 28 Feb, 2010 20:58 
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Ah, okay.

Kannst du die mal fragen, wie das funktioniert? Ich kenne zwei Methoden dazu, aber die Pflanzen müssen
dann entsprechend manipuliert werden. Eine einfache Kalkung des Bodens erhöht nicht den Ca-Gehalt
der Pflanzen. Zumindest nicht in einem praktikablen und nutzbaren Bereich. Mich würde aus dem Grund interessieren,
da hier primäre Stoffkreisläufe unterbrochen werden. Im Labor geht das prima, wenn die Pflanzen leicht bestrahlt werden ...

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 Betreff des Beitrags: Re: Frage zu Kalk
BeitragVerfasst: So 28 Feb, 2010 21:06 
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FettboySchlimm hat geschrieben:
Kannst du die mal fragen, wie das funktioniert?

Ich würde dir vorschlagen, das selber zu tun. Schreib mich per PN an, dann sage ich dir, wen ich damals gefragt habe.

CU, A.

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 Betreff des Beitrags: Re: Frage zu Kalk
BeitragVerfasst: Mi 03 Mär, 2010 16:51 
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:D Nöö, das ist zu einfach. Ich hänge ja auch den ganzen Tag in einem Labor herum
und bekomme seltsame Fragen per Mail.

Ah, wobei ich beim letzten Posting nicht gedacht hatte: Zucht, Auswahl :sleep:. Darüber geht was, aber eben nicht viel.

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 Betreff des Beitrags: Re: Frage zu Kalk
BeitragVerfasst: Mi 03 Mär, 2010 17:00 
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FettboySchlimm hat geschrieben:
Ah, wobei ich beim letzten Posting nicht gedacht hatte: Zucht, Auswahl :sleep:.

Egal woran du gedacht hast oder nicht, meine Frage jedenfalls war:

Kann man den Kalziumgehalt einer Futterpflanze dadurch erhöhen, daß man die Böden kalkt?

Und die Antwort lautete:

Natürlich kann auch durch eine Düngung mit Mineralstoffen der Mineralstoffgehalt der Pflanzen erhöht werden.


Wobei ich selbstverständlich - genau wie EasyRider - denke, daß es eine Grenze gibt, bis zu der das nur funktionieren wird. Ich kann auf diese Weise aus einem Kaktus keinen Sepiaschulp machen...... :D


CU, A.

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